Atriumbühne im 4-Sterne Mercure MOA Berlin

Ihr wollt also mehr über mich erfahren?!?

Nichts leichter als das 🙂

Normalerweise müsste ja jetzt ein super ausgefeilter Promotion-Text kommen über das Leben und Schaffen von mir. So richtig schön in 3. Form geschrieben, mit all den schmeichelhaften Floskeln die man als Künstler so braucht, um sich richtig gut darzustellen.

Aber nööö ihr wollt ja mich kennen lernen und nicht was ein Autor über mich denkt.

Mein erster Anzug

Fangen wir mal mit den Grunddaten an. Geboren wurde ich 1983, das „Internationale Jahr der Kommunikation“, deshalb unterhalte ich mich wohl so gerne hahaha

Als Schotte besitze ich einen britischen Pass, bin aber im schönen Berlin geboren und spreche daher fließend Deutsch und Englisch. Da es bei meinen Auftritten immer wieder zu Missverständnissen mit meinem Namen (Michael Kelly) kam, habe ich den Namen meiner Urgroßeltern aus Irland angenommen und stehe seitdem als Michael O’Connor Kelly auf der Bühne.
Da es keine Verwechslung mehr gab, nehme ich an das war gar nicht so blöd 😉

Meine ersten Erinnerungen an das Singen reichen zurück in die alten Zeiten, in denen Küchen noch keine Spülmaschienen besaßen. Meine Mutter spülte das Geschirr und ich Knirps habe beim Abtrocknen geholfen, während der kleine CD-Player tapfer überwiegend Cher gespielt hat. Meine Mutter und ich haben aus vollem Hals alle Songs mitgesungen bei der Arbeit und ich kann euch sagen, wenn man das ein paar Jahre macht, wird man zwangsläufig ganz gut und bekommt eine ziemlich geübte Stimme 🙂

Mini Playback Show in der Grundschule

Meine erste „Bühnenerfahrung“ war mit 11 Jahren die Mini-Playback-Show in meiner Grundschule, wo meine Freunde Alex, Phillip, Melli und ich mit unserer Darbietung vom RedneX-Klassiker „Cottoneye Joe“ den ersten Platz belegten.

Danach kam der Wechsel auf die Oberschule und es kristallisierten sich die Gruppen heraus…hmmm da gab es die Sportler, die Nerds, die coolen Kids, die Mauerblümchen und die Leute vor denen dich deine Eltern gewarnt haben! So richtig in eine Gruppe konnte man mich nicht stecken, irgendwie kam ich immer mit allen aus, am ehesten war ich der Gattung Klassenclown zuzuordnen hahaha!

Nachdem ich 13 Jahre Lebenserfahrung angehäuft hatte *hust*, kam die Party die alles änderte. Dort traf ich Olli, der mir von seinen Plänen erzählte eine Band zu gründen und wie schwer es doch sei einen vernünftigen Sänger zu finden. Ich dachte an meine Cher-Sessions in der Küche und meinte frech: „Ich kann singen!“ und eine Woche später saßen wir im Proberaum. „Wir“ das waren Olli und Navid an der Gitarre, Mario am Schlagzeug, Nicola am Bass und meiner Einer der die Klappe auf der Party aufgerissen hat *auweia*!

Ich bekam einen Text vorgelegt mit den Worten: „Na dann zeig mal was du kannst!“. Die ersten Zeilen waren noch zaghaft, man muss bedenken ich hatte noch nie einen Text auf eine Melodie legen müssen, denn covern war damals in der Band verpönt! Nun folgte unweigerlich die Nachfrage von Olli: „Sag mal kannst du auch lauter singen, wir machen hier schließlich Hardrock und Metal!“.

Lauter? Lauter?? Kannste haben dachte ich mir! Die Melodie hatte ich mittlerweile, also habe ich die geballte Kraft meiner Lunge freigesetzt, plötzlich Stille im Raum…ich schaute in die verdutzen Augen der Anderen! Es hat sich wie eine Ewigkeit angefühlt bis Olli die Stille durchbrach…“Wir haben einen Sänger unter uns!!!“. Und so kam ich zu meiner ersten Band, die wir später „Blazing Angels“ getauft haben.

Im folgenden Jahr begannen dann die ersten Auftritte der „Angels“, wie wir meist genannt wurden. Darunter waren tolle Konzerte z.B. in der Weißen Rose oder auch auf der Freilichtbühne in Spandau zum „Punk meets Metal Festival“. Es waren tolle Zeiten an die ich gerne zurückdenke, doch alles Schöne endet irgendwann und so war es auch mit den „Angels“.

Band Black Arrow 2007

Black Arrow

Ich dachte damals eine Pause tut dir ganz gut und vielleicht hörst du auch ganz mit dem Singen auf!
Diesen Gedanken verwarf ich 2 Wochen wieder, als mein Telefon klingelte und mein Freund Daniel mich fragte, ob ich mir mal was anhören könnte. Er lud mich in einen Keller-Proberaum nach Spandau ein wo schon sein Kumpel Philler am Schlagzeug wartete. „Hör dir mal an was wir uns ausgedacht haben und sag mal was du davon hältst!?!“, und die Beiden legten los! Ich hörte es mir kurz an und zog kurz darauf Zettel und Stift und begann zu schreiben. Nach 5 Minuten sprang ich an das Mikrofon und sang über ihren Titel. Die Frage ob ich es gut oder schlecht finde war ziemlich offensichtlich geklärt 🙂

Und so kam es, dass ich nach nur 2 Wochen voller Abschiedsgedanken von der Musik wieder in einer Band war. Die Freude am Singen war in Sekundenbruchteilen neu entflammt! Dies war die Geburtsstunde von „Black Arrow“!

Vor dem Auftritt im Hotel Heidegrund in Garrel

Ab 2014 habe ich begonnen ein Gegengewicht zu meiner lauten harten Stimme in der Band zu finden und übte Songs diverser Künstler ein. Mein Ziel war es meine Stimme noch variabler zu gestalten bzw. auszubauen und so wagte ich mich an Legenden wie Frank Sinatra, Dean Martin und Elvis Presley.

Ich hatte so viel Spaß daran, dass ich Zuhause eine Weihnachts-CD für meine Familie in Schottland
aufgenommen habe. Kurz darauf nahm ich mit Arbeitskollegen den Song „That´s amore“ im Büro auf für die Hochzeit von Michi´s Tochter. Michi ist ein langjähriger guter Freund und Geschäftsführer des Büros. Nun war die Katze aus dem Sack und es dauerte nur Minuten bis die Frage kam, „Sag mal würdest du auf meinem Geburtstag singen???“.

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Natürlich tat ich das und es wurden sofort Autogrammkarten gewünscht, was ich nicht erwartet hatte, klar warum auch wer bin ich denn schon? Es gab weitere Anfragen für Geburtstage, Hochzeiten und Familienfeiern, doch was mich damals wirklich tief bewegt hat war das ältere Pärchen, welches nach meinem Auftritt zu mir kam mit Tränen in den Augen und sich bedankt hat. „Das haben wir nun wirklich nicht erwartet. Sie müssen wissen, wir haben Elvis damals noch live gesehen und wenn wir die Augen geschlossen haben waren wir wieder jung und es fühlte sich an wie damals! Wir möchten uns vielmals bei Ihnen dafür bedanken! Bitte machen Sie auf jeden Fall weiter so!“.

Dieser emotionale Moment nach meinem ersten Solo-Auftritt begleitet mich seitdem bei jeder Show. Ich habe damals erst begriffen, dass es nicht darum geht Text zu lernen, die richtigen Töne zu treffen oder bloß keine Fehler zu machen, sondern es geht vielmehr darum mit Herz und Seele zu singen, es geht darum nicht technisch perfekt zu singen, sondern seine Gefühle, sein Wesen über die Stimme ausdrücken zu können. Man kann Erinnerungen teilen, wach rufen und eine neue gemeinsame

Erinnerung mit dem Publikum erschaffen. Das ist auch der Grund warum ich nie wirklich aufgeregt bin vor einem Auftritt. Andere Musiker beneiden mich immer darum und fragen warum ich so entspannt bin. „Ich muss nicht perfekt sein, ich muss nur ICH sein auf der Bühne!“ 😉

Fortsetzung folgt…bio